Manche Verkäufe sind eigentlich keine. Übersteigt die Nachfrage das Angebot um das Fünf- oder Zehnfache, ist das Event praktisch ausverkauft, bevor der Ticketshop öffnet. Der Verkaufsstart ist dann im Grunde eine Zuteilung im Eiltempo. Die Entscheidungen, die den Verkauf prägen, fallen Wochen vorher: wie viele Tickets freigegeben werden, wie viele Termine oder Sessions es gibt, wo die Preisstufen liegen und wie viel für Mitglieder, Partner und VIPs zurückgehalten wird. All das wird festgelegt, ohne sicher zu wissen, wie viele Menschen tatsächlich Tickets kaufen wollen. Ein Losverfahren für Tickets liefert die Grundlage, um mehr aus Ticketverkäufen mit hoher Nachfrage herauszuholen.
Wie ein Verkauf mit hoher Nachfrage heute aussieht
Weezevent setzt solche Verkäufe seit Jahren um. Das einzige Frankreich-Konzert von AC/DC nach acht Jahren Pause war in fünfzig Minuten ausverkauft. In der Spitze wurden hundert Tickets pro Sekunde verkauft, mit 200.000 gleichzeitig verbundenen Personen auf 450 Servern. Hellfest, Ye oder der Launch der PlayStation 5 folgen demselben Muster.
Die virtuelle Warteschlange macht das möglich: Sie greift, sobald die Nachfrage einen festgelegten Schwellenwert überschreitet. Die Warteschlange hält potenzielle Käufer/innen in einem kontrollierten Warteraum und lässt sie gruppenweise in den Shop. So sind Infrastruktur und Kauferlebnis gleichzeitig geschützt. Sie bestimmen, wann die Warteschlange öffnet, wie viele Personen gleichzeitig durchgelassen werden, wie viele sie aufnimmt und was während des Wartens angezeigt wird.
Was eine Warteschlange nicht verrät
Eine Warteschlange zeigt die Nachfrage in dem Moment, in dem sie eintrifft. Sie sehen, wie sich 200.000 Personen verbinden und wie schnell sich der Shop leert, und wissen innerhalb von Minuten, dass Sie mehrfach hätten ausverkaufen können. Das ist eine gute Nachricht, bedeutet aber auch, dass etwas verloren gegangen ist.
Wer den Shop nicht erreicht, hinterlässt nichts. Es fehlen Kontaktdaten und jeder Hinweis darauf, wie oft versucht wurde, in den Shop zu gelangen. Ebenso unklar bleibt, welches Datum, welches Zeitfenster oder welchen Platz diese Personen bevorzugt hätten und ob sie einen Ersatztermin akzeptiert hätten, nachdem ihre erste Wahl ausverkauft war.
Die schiere Menge an Personen in der Warteschlange bestätigt die Nachfrage, sagt aber nichts darüber aus, wer sie waren, wo sie waren oder was sie stattdessen akzeptiert hätten. Genau diese Informationen hätten geholfen, die Entscheidungen von vor einigen Wochen anzupassen. Um sie zu erhalten, eignet sich ein Losverfahren: Es macht aus der Nachfrage namentliche Anmeldungen, bevor Sie sich auf etwas festlegen.
So funktioniert ein Losverfahren für Tickets
Bei einem Ticket-Losverfahren können sich Fans während eines Anmeldezeitraums über ein Formular bewerben. Nach Anmeldeschluss entfernen wir doppelte und verdächtige Einträge und losen die Tickets aus.
Wie der Zahlungsablauf aussieht, entscheiden Sie selbst. Das sollte vor dem Start der Anmeldung geklärt sein. Dafür gibt es zwei Optionen:
1. Betrag bei der Anmeldung reservieren
Der volle Bestellbetrag lässt sich bereits bei der Anmeldung reservieren. Die Angemeldeten wählen ihre Tickets wie in einem normalen Warenkorb aus, mit Kategorie, Preisstufe und Anzahl, und hinterlegen anschließend ihre Kreditkarte. Belastet wird nur, wer ausgelost wird. Alle Ausgelosten werden automatisch belastet und erhalten ihre Tickets. Alle anderen erfahren, dass sie nicht ausgewählt wurden, und es wird nichts abgebucht.
Diese Variante ist am einfachsten umzusetzen und braucht keinen zweiten Schritt zur Konversion. Fans wissen genau, was sie angefragt haben und was es kosten würde. Offen bleibt nur, ob sie zum Zug kommen. Der Nachteil: Eine hinterlegte Kreditkarte verlangt mehr als eine E-Mail-Adresse, sodass ein Teil der weniger Interessierten abspringt.
2. Zahlung später einziehen
Die zweite Option: das Formular schlank halten und die Zahlung später einziehen. Ausgeloste Personen erhalten einen Code und ein Zeitfenster für den Kauf. Meist melden sich so deutlich mehr Menschen für das Losverfahren an, weil die Teilnahme nichts kostet. Der Vorteil: Sie erfahren mehr über die tatsächliche Größe des Interesses und bauen eine längere Liste auf. Im Gegenzug geht zwangsläufig ein Teil der Ausgewählten verloren. Eine Nachrückliste ist nötig, um die geringere Konversion der ersten Auswahl auszugleichen.
Was Sie davon haben
Größe und Struktur der Nachfrage
Die Anmeldungen zeigen genau, wer teilnehmen möchte, wo diese Personen wohnen, welche Termine oder Sessions für sie passen und welche Preisstufen sie akzeptieren würden. Und das alles, bevor Sie sich festgelegt haben. Das schafft Spielraum für einen Zusatztermin, ein weiteres Kontingent oder eine neue Aufteilung der Tickets zwischen Mitgliedern, Vorverkauf und allgemeinem Verkauf. Solche Entscheidungen lassen sich mit den Zahlen vor Augen im Voraus viel leichter treffen als im Nachhinein.
Kein Ansturm zu bewältigen
Es gibt keinen Ansturm, bei dem alle gleichzeitig als Erste an ein Ticket kommen wollen. Stattdessen kann sich die Anmeldung über mehrere Tage verteilen. Die Auslosung findet statt, wann Sie es möchten, und Zahlungen werden nach Ihrem Zeitplan abgewickelt. Es ist der Weg mit der geringsten Belastung, um ein Event auszuverkaufen: keine Lastspitze, kein Warteraum und keine Fans, die ständig neu laden, um zu sehen, ob ihre Zahlung durchgegangen ist.
Filterung
Die Prüfung erfolgt zwischen Anmeldeschluss und Auslosung. Das ist der einzige Moment im Prozess, in dem sich jemand entfernen lässt, ohne dass es irgendwen etwas kostet. Vor der Ticketvergabe filtern wir doppelte Identitäten, Wegwerf-E-Mail-Domains, bekannte Reseller-Konten und automatisierte Muster heraus. Japan hat 2019 den Weiterverkauf über dem Nennwert verboten, und das Losverfahren ist heute zentral für die Durchsetzung dieses Verbots.
Ein eigenes Formular, ausgefüllt von allen, die kommen wollten
Das Anmeldeformular gestalten Sie selbst. Abgefragt werden kann alles, was für Sie nützlich ist: welche Termine oder Sessions passen, wie viele Plätze, Anreise von wo, erster Besuch oder Wiederkehr, Bedarf an Barrierefreiheit, welche Bühne oder welches Spiel. Ein normaler Verkauf liefert Daten zu Personen, die einen Kauf abgeschlossen haben. Ein Losverfahren liefert Daten zu allen, die teilnehmen wollten. Das ist ein deutlich größerer Kreis von Personen mit Einwilligung, die sich zum Beispiel bei einem Zusatztermin gezielt ansprechen lassen.
Wer das bereits nutzt
Die Comeback-Tour von Radiohead 2025 lief komplett über Registrierung. Fans meldeten sich für jede Stadt der Tour an, und nur wer einen Freischaltcode erhielt, konnte ein Ticket kaufen. Bei Olivia Rodrigos GUTS World Tour wurden Zugangscodes per Zufall verlost, und selbst nach zwanzig Zusatzterminen gab es noch mehr Anmeldungen als Tickets. Oasis setzte auf ein Losverfahren nur auf Einladung, um Fans, die beim Verkaufsstart der Reunion leer ausgegangen waren, eine zweite Chance auf zwei zusätzliche Shows im Wembley-Stadion zu geben.
Auch außerhalb von Tourneen wurde der Zugang per Auslosung von Buchungszeitfenstern geregelt: bei Paris 2024, beim Eurovision Song Contest 2025 und bei den Olympischen Winterspielen Mailand-Cortina. Für Los Angeles 2028 ist dasselbe Vorgehen geplant. In Japan ist das Modell schlicht der Standard im Ticketverkauf: zuerst eine Fanclub-Lotterie, dann eine allgemeine Lotterie, und was übrig bleibt, wird nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt“ verkauft.
Ein Ticket-Losverfahren durchführen
Ein Losverfahren macht mehr Arbeit als ein normaler Spitzenverkauf, aber diese Arbeit lässt sich planen.
Bei den meisten Events läuft die Anmeldung drei bis sieben Tage. Längere Zeiträume bringen selten mehr Anmeldungen, geben automatisierten Registrierungen aber mehr Zeit, sich anzusammeln. Alles, was bei der Zuteilung eine Rolle spielen soll, muss im Formular abgefragt werden. Die Regeln sollten daher vor dem Start der Anmeldung feststehen und gemeinsam mit ihr veröffentlicht werden. Eine Auslosung, deren Ablauf vorher bekannt war, wird deutlich leichter akzeptiert als eine, die erst im Nachhinein erklärt wird.
Die Bereinigung der Anmeldungen erfolgt zwischen Anmeldeschluss und Auslosung. Die Auslosung selbst kann zufällig oder gewichtet sein. Was danach passiert, hängt von der gewählten Zahlungsoption ab: Entweder werden die Karten sofort belastet, oder es werden Codes mit einem Kaufzeitraum von 24 bis 48 Stunden verschickt. In beiden Fällen empfiehlt es sich, gleichzeitig eine Nachrückliste auszulosen, um abgelehnte Karten und nicht eingelöste Codes aufzufangen.
Der Schritt, den die meisten Teams unterschätzen, ist die Kommunikation mit allen, die nicht ausgelost wurden. Diese Personen haben mitgeteilt, wer sie sind und was sie wollten, und haben einer Kontaktaufnahme zugestimmt. Ihnen mitzuteilen, wie es weitergeht, ob mit der Rückgabe ihres Geldes oder der Ankündigung zusätzlicher Termine oder Events, ist die günstigste Arbeit am Publikum, die Sie im ganzen Jahr leisten werden.
Mehr als reine Zufallsauswahl
Eine Zufallsauswahl ist unkompliziert und leicht zu erklären, doch gleiche Chancen sind nicht immer die richtige Lösung. Ein häufiger Grund für eine Gewichtung ist die Herkunft. Beim Heimatkonzert von Sam Fender in Newcastle wurde das Losverfahren so gewichtet, dass Bewerber/innen aus dem Nordosten Englands zuerst zum Zug kamen. Für die meisten Fans war das gut nachvollziehbar. Treue lässt sich ähnlich berücksichtigen. Spotify etwa identifiziert besonders engagierte Hörer/innen inzwischen über Reserved Access. Die eigenen Daten können noch hilfreicher sein, vor allem wenn Besuche, Mitgliedschaften, Ausgaben und Engagement bereits im CRM erfasst sind.
Unabhängig von den gewählten Kriterien: Veröffentlichen Sie diese zum Start der Anmeldung in einem eigenen FAQ. Fans bringen deutlich weniger Verständnis für ein gewichtetes Losverfahren auf, wenn sie erst nach der Auslosung von der Gewichtung erfahren.
Was Ihre Ticketing-Plattform können muss
Achten Sie auf vier Funktionen:
- Eine Person darf nur einen Eintrag haben. Dafür braucht es personalisierte Tickets und Prüfungen von Konten und Zahlungsmitteln.
- Das Formular muss individuell gestaltbar sein, denn die Auslosung kann nur nutzen, was erfasst wurde.
- Die Auslosung muss Ihren Regeln folgen und nicht nur eine Liste mischen.
- Auch nach der Auslosung muss die Kontrolle über das Ticket bestehen bleiben: durch personalisierte Tickets, Übertragungslimits und einen offiziellen Wiederverkauf zum Nennwert auf Ihrer eigenen Plattform. Doppelte Einträge, Bots und Schwarzhändler aus dem Losverfahren herauszufiltern, bringt nichts, wenn sie am nächsten Tag doch an die Tickets kommen.
Weezevent erfüllt alle vier Punkte, zusammen mit der virtuellen Warteschlange, in einem System. Die Warteschlange schützt den Verkauf. Das Losverfahren macht sie überflüssig.
Steht ein Verkauf an, der absehbar überbucht sein wird, lohnt es sich, schon jetzt zu entscheiden, welche der beiden Lösungen zum Einsatz kommt. Ein Losverfahren braucht einige Wochen Vorlauf, eine Warteschlange nicht.
Kontaktieren Sie einfach das Weezevent-Team und wir gehen es gemeinsam mit Ihnen durch.
Mit Weezevent vereinfachen Veranstalter/innen das Eventmanagement: mit Online-Ticketing (Weeztix), Zugangskontrolle (WeezAccess), Cashless (WeezPay) und CRM-Tools (Gigz). So können sich Profis auf bleibende Erlebnisse konzentrieren, während das Event in einer schnelllebigen Branche reibungslos läuft.